Nette Suchfunktion: Echtzeit-Suchergebnisse

Eigentlich halte ich die Wichtigkeit von integrierten Suchmaschinen auf “normalen” Websites für ziemlich überbewertet – wenn man dort die Suchfunktion benutzen muss, deutet das auf eine schlechte bzw. schlecht visualisierte Informationsarchitektur hin. Aber auf hochdynamischen, oder sehr komplexen, oder sehr heterogenen Seiten geht ohne Suche natürlich nix.

Twitter fällt in zwei dieser drei Kategorien: die Seite wird sekündlich von Hunderten (Tausenden?) Benutzern mit den unterschiedlichsten Inhalten “gefüttert”. Hier den Überblick zu behalten ist eine echte Herausforderung, und deswegen ist es auch nicht verwunderlich, dass die Twitter-Suche ein ziemlich cooles Feature hat: Echtzeit-Suchergebnisse

Wer bei Twitter sucht, sieht zuerst eine klassische Suchergebnis-Seite. Aber danach erscheint – ohne weitere User-Aktion – ein kleines Fenster mit dem Hinweis, wieviele neue Beiträge seit der letzten Suche auch unter den Suchbegriff fallen:

twitter-search

Die Twitter-Suche hält den Nutzer also über die einmal gemachte Suchanfrage auf dem laufenden – und bietet eine weitere praktische Funktion an: die direkte Übernahme der Suche in den eigenen Twitter-Feed. So kann eine einmal gemachte Suchanfrage mit einem Klick den eigenen Lesern zugänglich gemacht werden.

Service bei der Suche – sonst noch was?

Twitter wirft also für den Nutzer ein Auge auf die neuen Beiträge und sagt Bescheid, wenn potentiell relevante Dinge dabei sind. Das alleine ist schon prima und einer meiner größten Feature-Wünsche für Identi.ca. Ein Blick auf die spezielleren Suchparameter zeigt aber noch mehr Nettigkeiten. Neben den üblichen feinen Einstellungen auf lexikalischer und chronologischer Ebene (“Words” und “Dates”) gibt zum einen noch die Möglichkeit, nur Beiträge von bestimmten Personen zu durchsuchen (“People”), oder basierend auf angegebenen Geodaten die Suchergebnisse auf einen bestimmten geographischen Radius zu beschränken (“Places”).

Zum anderen aber, und das habe ich so noch nicht gesehen (vielleicht nutze ich auch einfach zu wenige soziale Netzwerke), kann man auch nach Indikatoren für die Laune/Attitüde suchen, mit der ein Beitrag verfasst wurde (“Attitudes”). Nach der semantischen Suche geht das schon in Richtung pragmatische Suche – nicht nur die statische Bedeutung der Wörter spielt eine Rolle, es werden auch situative Kontexte berücksichtig. Interessant! So sieht die entsprechende Einstellung aus:

twitter-search-advanced

Ok, das sieht zwar nicht nach einem ausgefeilten Algorithmus aus, aber einfach ist im Zweifel besser – und die eingeschlagene Richtung hat Potential. Und ja, viele Features der Twitter-Suche wären prima für Identi.ca!

Update

Interessant: ;) zählt nicht als “positive attitude”…

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